11/21/2011

Hallo ihr Lieben,
ja, ich lebe noch,  mir geht es gut, mit der Jobsuche geht es aber immer noch schleppend voran. Gestern war ich schon unterwegs und habe CV’s (Lebensläufe) verteilt.
Heut werde ich mich nochmal hinsetzen und schauen ob online was geht, denn langsam werde ich immer ärmer. Ich wusste zwar vorher dass Sydney eine teure Stadt ist, aber nicht dass eine Packung Haarfarbe, die in Deutschland 7€ kostet, in Sydney fast 15$ kostet, oder eine Dreierpackung deutsche Kinderüberraschungseier stolze 4,75$. Auch das Hostel ist sein Geld ja eigentlich nicht wert, wie man auf folgenden Fotos erkennen kann ;)



Ich will mich aber überhaupt nicht beschweren, denn wie ich von einer mittlerweile sehr guten Freundin, die momentan in Mildura zum fruit picking ist, gehört habe, ist das gute G’Day in Kings Cross, Sydney, purer Luxus gegen so ein Fruit Picking Hostel. Und immerhin kriegen wir zum Frühstück von 8 bis 9:30 kostenlos Toast mit Erdnussbutter oder Marmelade, oder beidem, oder auch Cornflakes mit warmer Milch kostenlos gestellt. Wenn man davon was haben will, muss man allerdings spätestens um 8:05 in der Küche sein. Die Zimmer selbst sind, naja, klein. Das Zimmer in dem ich jetzt bin ist aber immerhin größer als das in meinem ersten Hostel. Wir haben hier genau 3 Hochbetten, ein Waschbecken,  ganze 2 Spiegel und sogar ein kleines Tischchen.  Essen, bzw. Essensreste sind in den Zimmern verboten, außer man will Riesenkakerlaken im Bett (ist übrigens direkt in meiner ersten Nacht in Australien vorgekommen- zum Glück nicht in meinem Bett. Das Geschrei unsererseits war allerdings so laut dass die arme Kakerlake jetzt wahrscheinlich irgendwo apathisch und traumatisiert in der Ecke sitzt…) Schlangen und andere tödliche Tiere haben bis jetzt auch noch nicht meinen Weg gekreuzt…vielleicht dann ja beim Melonen pflücken. Melonenpflücken soll übrigens wirklich sehr gefährlich sein was Schlangen und Red Back Spiders angeht. Dann vielleicht doch lieber etwas weniger Geld verdienen und es dafür auch ausgeben können. Hier in Sydney habe ich vor allem eins sehr zu schätzen gelernt: den guten, deutschen Aldi. Ich glaube keiner kann sich auch nur ungefähr vorstellen wie wir freudestrahlend vor den echten deutschen Lebkuchen standen- da kommt selbst bei 32°C Weihnachtsstimmung auf!




Stolz wie Oskar sind wir dann mit unseren vollgepackten Alditüten zurück ins Hostel gegangen. Für läppische 11$ hab ich mir Nektarinen, Aprikosen UND Joghurt gekauft! Das ist hier übrigens mein tägliches Frühstück. Cornflakes, Obst und Joghurt (weil mir warme Milch ja nicht ansteht…) Brötchen gibt’s hier übrigens auch, sogar dunkles Brot, aber das ist leider unbezahlbar. Deswegen gönn ich mir höchstens mal eine Packung Pumpernickel. Käse gibt es bei mir auch nur noch analog, und über Wurst brauch ich mir ja Gott sei Dank keine Sorgen zu machen! Ja, man könnte meinen ich komme 10kg leichter wieder nach Hause, aber nein, irgendwie ist man trotzdem nur am Essen, denn irgendwas findet sich immer… zum Beispiel der leckerste vegetarische Hot Dog der Welt bei „Snag Stand“ oder ein Magnum-Eis für 4,50$. Kugeleis kann man sich übrigens auch nicht leisten als Arbeitsloser, denn unter 3,60$ pro Kugel Eis geht hier gar nichts. Mein heißgeliebtes Nutella und ich müssen leider nun auch aufeinander verzichten, denn eine normal-große (also nicht die großen Gläser wie in Deutschland, sondern die normal-großen Kleinen) kosten um die 5$.
Dementsprechend, so wurde es uns von unserem lieben Tourguide, der übrigens auch nur Backpacker ist, versprochen, verdient man aber auch meistens zwischen 15 und 20$ die Stunde. Ja, als Backpacker. 

Aber genug vom Geld, kehren wir doch nochmal zurück zum Hostelleben. Wenn man coole Leute im Zimmer hat, macht es echt riesig Spaß und erinnert vielmehr an eine riesengroße Klassenfahrt als an den Ernst des Lebens. Wenn man allerdings, so wie Judith (die mittlerweile einzig übriggebliebene von meinen Mädels- die anderen sind alle schon weitergereist L) und ich im Moment, mit 4 Jungs zusammenlebt, von denen einer irgendwann mitten in der Nacht erst mal alle weckt und fragt „Why aren’t you going out tonight?“, dann ins Bett geht  und 5 Sekunden später anfängt wie eine angestochene Wildsau zu schnarchen, und man selbst dann auch nicht mehr einschlafen kann, weil man ja kurz vorher geweckt wurde,  ist das ganze eher uncool. Gott sei Dank hat der Gute aber nur eine Nacht hier gebucht und ist nun schon wieder abgereist. Jetzt haben wir nur noch 3 Jungs im Zimmer, von denen 2 kein Wort mit uns reden, und dass obwohl sie doch Schotten sind und Englisch können.  Also langweilig. Komisch ist es, wenn man Holländer im Zimmer hat (das wären die 2 anderen der 4 Jungs), die einen verstehen wenn man deutsch redet. Wenn die dann mitlachen wenn man was erzählt ist das wirklich sehr eigenartig, aber okay, hier sind Geheimnisse ja eh fehl am Platz.
Mit diesem wunderschönen Schlusssatz verabschiede ich mich so langsam,  wir lesen uns bald wieder,  beim nächsten Mal vielleicht aus Melbourne… oder immer noch Sydney… oder aus dem tiefsten Outback.

Die ersten Postkarten sind übrigens unterwegs und sollten spätestens Ende der Woche da sein!
Bis dahin,
eure Kalkwand

übrigens habe ich in dem Dubai- und Manly Beach- Post noch ein paar Fotos hinzugefügt!

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